F.Braun schrieb am 16.06.2010 14:28 Uhr - | Kommentare: 0
Das Buch bzw. der Film „Gomorrha“ vom jungen italienischen Autor
Roberto Saviano schlug 2006
ein wie eine Bombe. Schonungslos deckte er
Fakten über das Netzwerk der Camorra, eine der gefährlichsten und
mächtigsten Mafiaorganisationen auf und – er nannte Namen, viele Namen.
Die Folge: Saviano ist seitdem untergetaucht, führt ein Leben in Angst
und geht nur noch mit Bodyguards aus dem Haus. Er hat durch das Buch
quasi sein Leben geopfert, um die Machenschaften der Camorra zu
enthüllen.
Malacarne, das u.a. unter der Mithilfe Savianos entstand, ist ein
ungeschöntes Portrait über die Mafia und Ihre Organisationen: die Cosa
Nostra, die ’Ndrangheta und die Camorra. Der Fotograf Alberto Guiliani
vermittelt mit seiner Fotografien den Einfluss der Mafia auf das Leben
und die Kultur der Menschen in den verschiedenen Regionen Italiens – in
exklusiven, echten, schonungslosen Fotos.
Mordwaffen und Tatorte, Jäger und Gejagte, Bosse und Opfer, Begräbnisse
und Drogenhandel, Versteckte und Suchaktionen: Guilianis Fotos zeigen
das Mafia-Land als archaisches Land, und sie zeigen dessen kulturelle
Hintergründe.
Malacarne erzählt von einem Land im Krieg. Ein echtes Highlight sind
die 2 Cds, die dem Bildband beiliegen. Sie enthalten volkstümliche
Musik aus den verschiedenen Regionen Süditaliens. Diese Musik bringt
die Geschichte, Kultur und Mentalität der Mafia erschreckend nahe und
liefert den „Soundtrack“ zu den Bildern Giulianis.
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