F.Braun schrieb am 14.10.2008 10:21 Uhr - Kommentare: 0
„Es klingt übertrieben... was aber nicht heißt, dass es nicht passiert ist!“ Dieser Satz steht auf dem Cover
der soeben
via Rockbuch Verlag erschienenen
Autobiografie des legendären Guns`n´Roses-Gitarristen und deutet schon an, was den Leser hier erwarten wird.
Viele Rock-Biografien folgen einem immer gleichen Schema: unglückliche Kindheit, die Entdeckung der Musik als Überlebens-Droge, die zahlreichen Gigs in dreckigen kleinen Clubs, der Kampf an die Spitze und schließlich: Hybris und Niedergang – der Teil, an dem die Fans das meiste Interesse haben.
Slash, alias Saul Hudson, geboren am 23.7.1965 in London, ist ein echter „Guitar-Hero“ und umschifft o.g. Strickmuster einigermaßen geschickt. Seine Geschichte, das erste autobiografische Buch eines Mitglieds von Guns`n´Roses überhaupt, ist beispielhaft und doch einzigartig.
Er erzählt die ganze Wahrheit über seine Jahre als Rockstar in einer der größten Bands des letzten Jahrhunderts und verschweigt nichts, was das Buch zu einer Art Crash-Kurs für angehende Rock-Stars macht.
Dabei verzichtet er auf Selbstmitleid und langweilige Klischees, die man sonst so oft in ähnlichen Geschichten findet. Beim Lesen der gut 500 Seiten starken Lektüre hat man stets das Gefühl, mit einem guten Kumpel abzuhängen, der einem seine zugegebenermaßen ziemlich abgefahrene Lebensgeschichte erzählt.
Negativ zu vermerken ist, dass der dt. Übersetzung doch einiges an Schwung abgeht, was beim englisch-sprachigen Original nicht der Fall ist. Außerdem fallen die unglaublich vielen Rechtschreib- und Satzbaufehler auf. Da fragt man sich wirklich, ob kein besserer Übersetzer aufgetan werden konnte, oder eben jener genauso „druff“ war, wie Slash zu seiner Zeit bei den Gunners.
Wenn dann sogar noch Plattentitel von absoluten Meilensteinen der Musikgeschichte wie ACDCs „Back in Black“ (hier wurde das gute Stück kurzerhand in „Black in Black“ umgetauft!) nicht mal richtig geschrieben werden, bekommt das Ganze für einen alten Gunners/Slash-Fan leider einen faden Beigeschmack.
Inhaltlich ohne Zweifel absolut fesselnd, bei der Übersetzung jedoch mangelhaft – wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte sich unbedingt für die Originalausgabe entscheiden.
Das beste Buch zu G`N´R ist übrigens das kürzlich erschienende „Reckless Road - The Making of Appetite For Destruction“. Unglaublich liebevoll und detailliert zusammengetragen von Slash´s Busenkumpel Marc Canter, erzählt es den Werdegang einer völlig unbekannten Band bis hin zu den turbulenten Aufnahmen von eben „Appetite..“, einem Album, welches das Leben der Bandmitglieder und die moderne Rockgeschichte komplett auf den Kopf stellen sollte.
0 Kommentare